Aktuell
Richtfest am Sommerberg – Ein Haus für die Zukunft der Region
Mit dem Richtfest ist ein wichtiger Bauabschnitt des Klinikneubaus abgeschlossen – Fenster sind bereits eingesetzt, der Innenausbau läuft, ab November folgt die Fassade aus heimischer Spessartlärche.
Der Rohbau steht, der Richtkranz hängt, und wo vor einem Jahr noch eine Baugrube klaffte, sind inzwischen Wände hochgezogen, erste Fenster eingesetzt und im Inneren haben bereits die Ausbauarbeiten begonnen. Auf dem Sommerberg in Lohr hat das Klinikum Main-Spessart am Donnerstag Richtfest gefeiert – ein Moment, an dem sichtbar wird, wie aus einer Vision ein Haus wächst.
„Wir haben Verantwortung übernommen – und wir sind auf einem guten Weg“, sagte Landrätin Sabine Sitter in ihrer Rede. Für sie hat das Richtfest eine symbolische Bedeutung: Es sei mehr als ein Bauprojekt, es sei ein Versprechen an die Menschen im Landkreis, dass ihre Gesundheit im Mittelpunkt steht. Sie erinnerte an lange Diskussionen und schwierige Entscheidungen zum Neubau. Heute zeige sich, dass die Entscheidung richtig war: „Das neue Klinikum wird die medizinische Versorgung der Region entscheidend stärken!“.
Klinikreferent René A. Bostelaar unterstrich die Dimension des Projekts. 62.000 Tonnen Beton seien bereits verbaut, mehr als 54 Millionen Euro investiert, täglich arbeiteten rund 80 Bauarbeiter am Rohbau. „Wir liegen im Zeitplan“, sagte er. Die Eröffnung ist nach wie vor für Anfang 2027 vorgesehen. Dann sollen 35.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche nicht nur moderne Patientenzimmer, sondern auch ein neues Organisations- und Betriebskonzept beherbergen. Er betonte, dass das neue Klinikum nicht nur ein Gebäude ist, sondern ein moderner Ort der Versorgung, an dem Patienten bestmöglich betreut und Mitarbeitende optimal unterstützt werden.
Ab November wird die Fassade mit heimischer Spessartlärche verkleidet. Das Holz stammt aus dem Lohrer Stadtwald in Sichtweite des Klinikums und wurde vollständig in der Region verarbeitet – ein sichtbares Zeichen für Nachhaltigkeit und regionale Verankerung. So wird das neue Haus nicht nur architektonisch, sondern auch symbolisch eng mit der Region verbunden.
Unterstützung kam auch aus München: Für einen Riesengewinn für die Gesundheitsversorgung in der Region hält auch der Unterfranke Dr. Rainer Hutka den Neubau in Lohr. Der Amtschef des bayerischen Gesundheitsministeriums sprach in seiner Rede von einem „Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft weit über den Landkreis hinaus“. Die Fördergelder in Höhe von 110 Millionen Euro nannte er „gut investiert“.
Nach Abschluss der Reden sprach Polier Nijaz Ljajic im Namen der Riedel Bau AG den traditionellen Richtspruch – der feierlichste Moment des Vormittags. Anschließend tranken Hutka, Sitter, Bostelaar und Ljajic nach alter Handwerkstradition einen Schnaps und zerschlugen die Gläser, ein Ritual, das Glück und Bestand für das neue Haus verheißen soll. Zum Schluss schlugen sie auf dem Dach des Neubaus den symbolischen letzten Nagel ein.
Auch aus Sicht der Architekten läuft alles nach Plan: „Nach Fertigstellung des Rohbaus konnten wir planmäßig mit Trockenbau, Fassaden- und Dacharbeiten beginnen. Parallel bereiten wir die nächsten Schritte vor – von den Außenanlagen über das Parkhaus bis zum Hubschrauberlandeplatz“, sagte Frank Wüster, Geschäftsleiter bei a|sh architekten.
Während die Wombacher Musikanten spielten, tauschten sich Gäste und Verantwortliche beim Sektempfang aus. Der Blick auf die ersten eingesetzten Fenster und die laufenden Innenarbeiten vermittelte dabei mehr als Zahlen und Fakten: Es war das Gefühl, dass hier ein Projekt Gestalt annimmt, das den Landkreis Main-Spessart über Jahrzehnte prägen wird.
Zum Abschluss des Tages gehörte das Richtfest auch den Mitarbeitenden des Klinikums: Rund 300 feierten den Meilenstein am Abend mit einer After-Richtfest-Party auf dem Gelände. Ein Foodtruck sorgte mit saftigen Burgern und kreativen Fritten-Variationen für beste Verpflegung, während das Managementteam selbst hinter der Bar stand und frische Drinks mixte. In entspannter Atmosphäre wurde so gemeinsam angestoßen und der besondere Tag gebührend gefeiert.
Noch sind es eineinhalb Jahre bis zur Fertigstellung. Doch schon jetzt ist klar: Dieses Haus wird nicht nur ein Krankenhaus sein. Es soll ein Ort werden, an dem die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Landkreis neu geschrieben wird.