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Regenwasser nur im Untergeschoss des Klinik-Rohbaus im Juni 2025: Keine kritische Situation
Der Werkausschuss des Landkreises Main-Spessart hat sich in seiner Sitzung vom 18. März 2026 mit dem Eintritt von Regenwasser in den Rohbau des Klinikums in Lohr a. Main befasst.
Roland Wolf, Projektleiter des Klinikneubaus, erklärte: „Im Juni 2025 kam es während der noch nicht abgeschlossenen Rohbauarbeiten trotz temporärer Abdichtungsmaßnahmen zu einem Wassereintritt im südlichen Bereich des Gebäudekomplexes. Das Wasser breitete sich in Teile des Untergeschosses von Bauteil A aus, wo es bereits installierte Estrichabschnitte des im Rohbau befindlichen Gebäudeabschnittes unterlief.
Als ausschlaggebend für den Eintritt wurden inkonsequente Ausführungen an Teilen der temporären Gebäudeabdichtung sowie durchgeführte Kernbohrungen ohne anschließende Versiegelung der Öffnungen identifiziert, die umgehend behoben wurden.
Bei der Begutachtung der Situation wurde das Austrocknen (aufgrund der frühen Ausbauphase) verworfen und der komplette Rückbau des Estrichs und Dämmmaterials für die betroffenen Bereiche festgelegt. Soweit bereits Trockenbau-Partitionen oder Innenputz installiert und betroffen waren, wurden diese in die Rückbaumaßnahme inkludiert.
Die Rückbauarbeiten wurden durch einen hinzugezogenen, unabhängigen Sachverständigen spezifiziert und begleitet. Feuchtigkeitsmessungen, Oberflächenproben und Laboranalysen verifizierten den Maßnahmenumfang. Im Rahmen des Rückbaus wurden und werden kontaminierte Oberflächen durch eine spezialisierte Sanierungsfirma gereinigt und desinfiziert.
Die für das Bauvorhaben abgeschlossene Bauwesenversicherung erhielt die Schadensmeldung, die sich vollumfänglich auf die obige Umsetzung bezieht.
Der Aus- und Rückbau betroffener Bereiche ist zum Großteil abgeschlossen, so dass nach erfolgter Reinigung und Desinfektion auch die ersten Trockenpartitionen bereits reinstalliert worden sind. Dies erfolgt in enger Koordination im Ablauf der technischen Gebäudeausrüstung, so dass der übergeordnete Einfluss auf den Gesamtprojektterminplan minimiert werden konnte. Die Wiedereinbringung des Estrichs ist nachrangig und wird in den Bauablauf eingetaktet.“
Sabine Weißschädel, Leitung Stabsstelle Krankenhaus-Hygiene im Klinikum Main-Spessart, ergänzte: „Der Wassereintritt betraf nur das Untergeschoss des Rohbaus und dort in erster Linie künftige Technikräume und Flure. Dieser Bereich des Gebäudes wird künftig nicht von Patienten oder Besuchenden betreten.
Die umfangreichen mikrobiologischen Proben ergaben keinen Fund von infektionsauslösenden Bakterien oder Pilzen, sondern ein Keimspektrum wie es beispielsweise im Wald oder auf einer Wiese üblicherweise vorzufinden ist. Dies ist auch auf einer Großbaustelle in keiner Weise ungewöhnlich.
Der Estrich in den betroffenen Räumen wurde von einer Spezialfirma ausgebaut, die Räume wurden und werden gereinigt und desinfiziert. Alle Arbeiten werden von einem Gutachter begleitet.
Vor Inbetriebnahme des Klinikgebäudes ist selbstverständlich eine umfangreiche Beprobung und Untersuchung der hygienischen Verhältnisse vorgeschrieben und vorgesehen.“
Landrätin Sabine Sitter fasst in einem Statement zusammen: „Es hat in den Rohbau hineingeregnet, es kam zu Pfützenbildung im Untergeschoss des Gebäude-Rohbaus. Wir sind mit hoher Sorgfalt und Gründlichkeit damit umgegangen und tun dies weiterhin. Ich habe großes Vertrauen in unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich betone in aller Deutlichkeit: Es bestand zu keinem Zeitraum eine kritische Situation, weder in Bezug auf Hygiene noch auf Kosten.“