Aktuell
Auszubildende übernehmen Station im Klinikum
Erstmals leiten Pflegekräfte im dritten Lehrjahr die Station 5A – begleitetes Ausbildungsprojekt setzt auf Verantwortung im realen Klinikalltag
Am Klinikum Main-Spessart startet in dieser Woche ein neues Ausbildungsformat in der Pflege: Erstmals übernehmen Auszubildende des dritten Lehrjahres im Projekt „Schüler leiten eine Station“ für mehrere Tage eigenverantwortlich die Station 5A der Allgemeinchirurgie – begleitet durch erfahrene Praxisanleitende und Fachpersonal.
Im Zeitraum von 05. bis 07. Mai 2026 führen die angehenden Pflegefachpersonen den Stationsbetrieb im regulären Drei-Schicht-System. Vor- und nachgelagert sind ein strukturierter Vorbereitungstag sowie eine gemeinsame Auswertung und Evaluation. Bereits im Vorfeld haben die Auszubildenden eigenständig einen vollständigen Dienstplan erarbeitet, der die Grundlage für die lückenlose Besetzung aller Schichten während der Projektwoche bildet.
Ziel des Projekts ist es, die pflegerische Ausbildung stärker an realen Versorgungsprozessen auszurichten und den Auszubildenden frühzeitig Verantwortung in einem geschützten, aber realitätsnahen Rahmen zu übertragen. Dazu gehören unter anderem die Organisation des Stationsablaufs, die pflegerische Versorgung der Patientinnen und Patienten, die Teilnahme an ärztlichen Visiten sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Behandlungsteam.
„Unsere Auszubildenden wachsen in diesem Projekt bewusst über den Ausbildungsalltag hinaus. Sie übernehmen Verantwortung, treffen Entscheidungen im Stationsgeschehen und erleben gleichzeitig die Sicherheit einer engen fachlichen Begleitung. Genau diese Kombination ist für die Entwicklung professioneller Pflegekompetenz entscheidend“, sagt Pflegedirektorin Carmen Passe.
Auch aus Sicht der Ausbildungskoordination ist das Projekt ein wichtiger Entwicklungsschritt in der praktischen Ausbildung. „Die Lernenden erleben hier erstmals in dieser Intensität, wie komplex und gleichzeitig gestaltbar Stationsabläufe sind. Theorie wird unmittelbar mit Praxis verbunden – das stärkt Handlungssicherheit, Teamfähigkeit und Selbstorganisation“, erklärt Ausbildungskoordinatorin Petra Mistler.
Neben der pflegerischen Versorgung stehen insbesondere kommunikative und organisatorische Kompetenzen im Fokus. Die Auszubildenden führen Gespräche mit Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen, koordinieren Abläufe im Team und übernehmen dokumentarische sowie administrative Aufgaben.
Die Station 5A bleibt während der Projektphase durchgehend regulär in Betrieb. Die pflegerische Versorgung ist jederzeit durch die begleitenden Praxisanleitenden und das Fachpersonal sichergestellt.
Mit dem Projekt will das Klinikum Main-Spessart neue Impulse in der Ausbildung setzen und die Attraktivität des Pflegeberufs durch praxisnahe, verantwortungsorientierte Lernformate weiter stärken.