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Klassenfahrt der Krankenpflegeschule führt nach Ungarn zum Felsenkrankenhaus

Klinikum Main-Spessart
20.07.2017 | Marktheidenfeld

In guter Stimmung, nach einem überstandenen Probeexamen, fanden sich 21 Auszubildenden des Mittelkurses K2015 mit samt ihrer beiden Dozentinnen Julia Hock und Karin Fürchow in  der letzten Woche zur Abfahrt nach Siofok, in Ungarn am Plattensee, ein. Die Hinfahrt verlief komplikationslos, weshalb sich auch die Gelegenheit bot, in Wien noch eine kleine Stadtrundfahrt sowie einen Kurzbesuch im Prater mit einzubauen. Am Morgen erreichten die Krankenpflegeschüler/Innen des Landkreises Main-Spessart mit ihren Betreuerinnen ihren Bestimmungsort. Nach dem Bezug der Zimmer nutzte die Mehrheit der Auszubildenden die Gelegenheit, die Umgebung und vor allem den Plattensee zu erkunden, der seinem Namen auf Grund der sehr geringen Tiefe, die er im Abschnitt von Siofok hat, durchaus gerecht wird.

Am nächsten Tag stand in Budapest mit der Besichtigung des SZIKLAKORHAZ, auch „Felsenkrankenhaus“ oder „Hospital In The Rock“ genannt, eine ganz besondere Attraktion auf dem Plan. Dieses, zwischen 1939 bis 1944 in den natürlichen, unterirdischen Höhlensystemen angelegte Krankenhaus, beherbergte im 2. Weltkrieg anstatt der 60-70 angedachten Patienten zeitweilig 650-700 Kriegsverletzte aus Zivilbevölkerung und Militär. Ganz im Zeichen des Roten Kreuzes, unter dessen Schirmherrschaft das Hospital stand, machte man auch hier bei der Behandlung von Verwundeten keinen Unterschied zwischen Freund und Feind. Als dem Felsenkrankenhaus am Ende des Krieges zusätzlich die Nahrungs- und Wasserversorgung sowie der Nachschub an medizinischen und pflegerischen Utensilien durch die Armee der Sowjetunion abgeschnitten wurde, kann man sich heutzutage nur sehr schwer vorstellen, wie es die Ärzte und das Pflegepersonal dennoch geschafft haben, die Verletzten zumindest einigermaßen zu versorgen. Das Museum gab hiervon einen sehr einprägenden Eindruck. Die Auszubildenden in der Krankenpflege konnten sich sehr gut vorstellen, unter welch schweren Bedingungen ihre Kolleginnen vor 70 Jahren ihre Arbeit bewältigten mussten, um den Menschen zu helfen. Die Führerin berichtete den interessierten MSP-Auszubildenden, dass wegen der schlechten und heißen Luft (bis zu 40 Grad) aufgrund der viel zu vielen, durch Infektionen vor Fieber glühenden Patienten, das Rauchen dort durchaus erwünscht war. Verbandsmaterial wurde von Verstorbenen abgenommen und an die noch Lebenden weitergegeben. Des Weiteren wurde das Krankenhaus teilweise seit seinem Bestehen auch als Luftschutzbunker verwendet, um die Verletzten, sowie die Bevölkerung von Budapest vor Bomben zu schützen. Während des Kalten Krieges (1947-1989) zwischen der USA und der Sowjetunion, wurde es zudem auch als Atomschutzbunker genutzt. Im Ungarischen Volksaufstand von 1956 gegen seine sowjetischen Besatzer erlebte es letztendlich wieder eine Renaissance als Krankenhaus. 2008 wurde darin ein Museum mit der größten Wachsfigurenausstellung in Ungarn eröffnet, welches die Geschichte des Krankenhauses, die Entwicklung der Militärmedizin sowie die Instrumente und Geräte der damaligen Zeit dar- bzw. ausstellt. Für die 21 Schüler und Schülerinnen war dies ein einmaliger Einblick in die historische Krankenhauswelt und Viele kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Auch die daran anschließende Stadtrundführung durch Budapest beinhaltete viele interessante Informationen zur Deutsch-Ungarischen-Geschichte sowie Krankenpflege in Ungarn.

Am letzten Tag schließlich fand ein gemeinsamer Fährausflug auf die Halbinsel Tihany mit dem gleichnamigen Kloster, welches 1055 von König Andreas I als Benediktiner-Abtei gegründet wurde, statt. Viele nutzten hier die Gelegenheit, sich mit allerlei dort hergestellten Pflegeprodukten auf Lavendelbasis einzudecken sowie den weiten Blick über den Plattensee zu genießen.

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