Teambesprechung
Kein Therapeut, keine Pflegekraft und kein Arzt kann den Anspruch erheben, sich irgendwann ein komplettes Bild seines Patienten zu machen, ohne sich mit anderen Mitarbeitern ausgetauscht zu haben. Im Gesundheitsbereich findet dieser Austausch traditionell innerhalb der eigenen Berufsgruppe statt.
Wir kennen die morgendliche Ärztebesprechung, zu der außer Ärztinnen und Ärzten kein Mitarbeiter der Einrichtung Zugang hat. Der Pflegedienst absolviert dreimal täglich seine „Übergabe“ und schon aus organisatorischen Gründen haben allenfalls in der Mittagszeit Mitarbeiter anderer Berfusgruppen die Möglichkeit, daran teilzuhaben.
In der Geriatrie wurde bereits zu Beginn dieser jungen Fachdisziplin der Begriff des Teams neu definiert. Hier genügt es nicht wenn das Ärzteteam mit dem Pflegeteam und dem Physiotherapieteam zusammenarbeitet und das Ergotherapieteam mit einbezogen wird. Im Gegenteil. Es bestehen keine verschiedenen Teams!
Die Mitarbeiter jeder geriatrischen Einrichtung verstehen sich als ein gemeinsames Team. Auch wenn die Übergaben des Pflegediensts noch in gewohnter Form ausgeführt werden, ist ein reger Austausch innerhalb der Berufsgruppen entscheidend. Mindestens einmal wöchentlich findet die gemeinsame Teamsitzung statt, bei der möglichst viele Mitarbeiter aller Berufsgruppen jeden einzelnen Patienten intensiv besprechen.
Es werden die Therapieinhalte besprochen, vorhandene Fähigkeiten aufgezeichnet, Ziele formuliert und die erforderlichen Maßnahmen hierzu festgelegt. Gleichzeitig werden alle diese Sachverhalte dokumentiert, damit auch die Mitarbeiter, die ausnahmsweise nicht anwesend sein können, stets alle Informationen einsehen können. Ein solcher „geriatrietypischer“ Informationsaustausch, ist in keiner der etablierten Fachdisziplinen in der Humanmedizin zu finden.