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Geriatrisches Zentrum

„Lebensqualität im Alter bedeutet, dass man sich selbst noch die Schuhe binden kann und dass der Kopf weiß was man sagt“, so hörten wir es von einem namhaften Geriater Deutschlands einst.

Diese Aussage klingt zunächst etwas salopp formuliert, trifft die Kernproblematik unserer Geriatrischen Patienten aber sehr präzise.

Störungen und Einschränkungen des Bewegungsapparats (schmerzfreies Bücken, mit beweglichen Fingern eine Schleife binden) und Defizite im Denken, im Gedächtnis und in der Orientierung, eben dass der Kopf weiß, was man sagt, sind die vordergründigen Probleme des hochbetagten Menschen. Diese Einschränkungen kommen oft im Laufe der Jahre schleichend, sodass sie zunächst kaum bemerkt und wahrgenommen werden, weder von den Betroffenen selbst, noch von deren Angehörigen, Nachbarn und Freunden.

Wenn nun plötzliche Krankheiten oder gar Unfälle einen Einschnitt in das gewohnte tägliche Leben bewirken und der ältere Mensch, der sich genau wie seine Umwelt so weit es geht mit den mehr und mehr zutage tretenden Einschränkungen arrangiert hat, vor neue ungewohnte Probleme gestellt wird, können die „kleinen Widrigkeiten des Alterns“ plötzlich schmerzlich bewusst werden.

Auch andere ungewohnte Ereignisse wie zum Beispiel Verlust einer Bezugsperson oder Ortswechsel machen häufig deutlich, dass das Alter neben dem bekannten und lange Zeit akzeptieren Funktionsverlust auch Gefahren birgt, nämlich den Verlust der lange gehegten Lebensqualität.


Wenn Sehen und Hören eingeschränkt sind und die Kommunikation mit den Mitmenschen behindern, wenn chronische Schmerzen den Tagesablauf oder die Nachtruhe stören, wenn die Ausscheidungsfunktionen vom täglichen zum stündlichen Thema werden, müssen Wege gefunden werden, die den Betroffenen Halt und Sicherheit in ihrer Lebensweise bieten, denn die meisten der erwähnten Beschwerden sind oft kaum noch heilbar sondern allenfalls noch etwas zu lindern.

So wird es Zeit, dass neben gesellschaftlicher Akzeptanz für den stetig wachsenden Kreis der Betagten und Hochbetagten medizinische Konzepte breit Fuß fassen, die sich speziell mit den Funktionsstörungen und Defiziten des alternden Patienten befassen, also weg von der organbezogenen und indikationsbezogenen Medizin hin zu einer ganzheitlichen Sichtweise.

Diese Aufgabe haben wir uns im Klinikum Main Spessart am Standort Marktheidenfeld zu Eigen gemacht. Außer der seit 15 Jahren bestehenden Geriatrischen Rehabilitation bieten wir seit Mitte 2011 auch eine akutgeriatrische Behandlung an, sodass unsere Patienten nun auch im akuten Krankheitsfall bereits von Anfang an von einem speziell geschulten geriatrischen Team versorgt werden können.

Der Erhalt der Lebensqualität unserer Patienten steht in beiden Einrichtungen im Vordergrund. Auch wenn die Entlassung ins häusliche Umfeld ohne oder mit minimaler Unterstützung durch Angehörige beziehungsweise professionelle Pflege- und Betreuungskräfte nicht in allen Fällen gelingt, können wir bei der Behandlung unserer Patienten deutliche Erfolge nachweisen.

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